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Langenberg-Projekt »Europasaurus«

Gemeinsam mit dem Steinmann-Institut für Paläontologie der Universität Bonn startete das Landesmuseum Hannover 2012 in Kooperation mit dem
Dinosaurier-Park Münchehagen und dem Staatlichen Naturhistorischen Museum Braunschweig ein bedeutendes paläontologisches
Forschungsprojekt. Die VolkswagenStiftung unterstützt das Forschungsvorhaben in ihrer Förderinitiative »Forschung in Museen« mit rund
487.000 Euro. Unter der Leitung von Dr. Oliver Wings werdem Wissenschaftler der verschiedenen Einrichtungen sich in den kommenden vier Jahren der umfassenden
Erforschung des europaweit einzigartigen »Europasaurus« und seines Fundortes widmen.

In der späten Jurazeit hat im heutigen Harz eine besonders kleine Art der ansonsten oft riesigen Langhals-Dinosaurier (Sauropoden) gelebt. 154 Millionen
Jahre später wurden 1998 im Langenberg-Steinbruch der Rohstoffbetriebe Oker bei Goslar die ersten fossilen Überreste dieser Dinosaurierart gefunden.
2006 wird deutlich: Der »Europasaurus« ist eine sensationelle Entdeckung für die Wissenschaft. Mehrere hunderte Kilogramm und sechs Meter Länge lassen ihn
auf den ersten Blick imposant erscheinen, unter den Sauropoden gehört er jedoch zu den Zwergen. Der Jahrhundertfund ist einer der vollständigsten seiner
Art in ganz Europa. Nur sehr wenige Fundstellen weltweit haben eine ähnlich große Anzahl an Knochen unterschiedlicher Altersstufen geliefert. Dennoch ist bisher nur ein Bruchteil der damaligen Lebenswelt bekannt.

Basis für das Forschungsprojekt ist das nunmehr zwölf Jahre andauernde, wissenschaftliche Engagement des Dinosaurier-Freilichtmuseums Münchehagen
und des dort ansässigen Vereins zur Förderung der Niedersächsischen Paläontologie e.V.. Mehr als 1.200 Knochen wurden in Münchehagen bis
dato präpariert und mit den Projektpartnern wissenschaftlich bearbeitet. Auch in den Laboren der Universität Bonn laufen bereits mehrere
Forschungsarbeiten rund um den kleinwüchsigen Langhalsdino und seine Umwelt. Rekonstruktionen des Schädels und der Bezahnung brachten bereits
erste Hinweise auf Aussehen und Verhalten des Pflanzenfressers. Bei derUntersuchung des Innenohres von „Europasaurus" kam modernste Technologie
zum Einsatz. Die Anordnung und Größe der sogenannten Bogengänge, dem Gleichgewichtsorgan, zeigt die Kopfhaltung an und lässt vermuten, dass der
Kopf mit dem langen Hals schnelle Seitwärtsbewegungen ausführte.

Die Erforschung des Lebensraumes erlaubt auch eine intensivere Betrachtung der kleinsten Fossilreste. Im Steinbruch sind in den Kalksteinschichten aus der
Jura-Zeit eine Vielzahl von Versteinerungen erhalten. Neben »Europasaurus« fanden sich auch Zähne und Fußspuren von Fleischfressern.

Die Rohstoffbetriebe Oker sind sich der Bedeutung der Dinosaurierfunde für die Forschung bewusst und unterstützen die Grabungsarbeiten bereits seit langem.





Langenberg-Steinbruch_bei_Golsa  
Lebens-Rekonstruktion_Europasaurus  
Marco_Mastroianni_präpariert_einen_Gesteinsblock  
Skelettrekonstruktion_Europasaurus  
Atoposaurid_crocodilian  
Europasaurus
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