Trailer: »Nachts im (Landes)-Museum«
geliebt und gemalt. Oft betrachten wir Tiere jedoch nur aus einem Blickwinkel
heraus, etwa aus biologischer Sicht oder mit den Augen des Künstlers. Wir sind
es gewohnt, in Naturkundemuseen die biologische Seite der Tiere vorgeführt zu
bekommen und in Gemäldegalerien stehen ästhetische oder kunsthistorische
Aspekte im Vordergrund.
In der Ausstellung »Im Reich der Tiere - Streifzüge durch Kunst und Natur« wird
der Versuch unternommen, neue Perspektiven auf das Tier zu eröffnen.
Naturkunde und Landesgalerie ergänzen sich dabei in idealer Weise. Präsentiert
die Kunstgeschichte berühmte Künstlerinnen und Künstler mit ihren zwischen
naturgetreu und impressionistisch gemalten Tierbildern, so kann die Naturkunde
mit selten gezeigten Tierpräparaten das künstlerisch Dargestellte fast wieder
lebendig werden lassen.
Im weiteren Themenbereich der exotischen Tiere sind durch eine Kooperation mit dem Zoo Hannover auch die größten noch lebenden Landtiere vertreten. Ermöglicht wurde dies durch einen vom Zoo Hannover speziell für diese Ausstellung in Auftrag gegebenen Filmbeitrag über die Elefanten aus dem Dschungelpalast.
Durch eine Kooperation mit dem Studiengang Mediendesign der Hochschule Hannover ist der computeranimierte Kurzfilm »Nachts im (Landes)-Museum« entstanden. Dabei verfolgt ein aus einem Altarbild entstiegener Drache einen Nachtwächter quer durchs Museum.
Das äußerst komplexe Verhältnis von Mensch und Tier taucht in vielen Facetten auch in Werken der zeitgenössischen Kunst auf. Die Hannoveraner Künstlerin Julia Schmid und die Künstler Rolf Bier, Alexander Braun, Sebastian Neubauer, Antje Schiffers, Alexander Roob und Marion Porten waren eingeladen, aktuelle Positionen an der Nahtstelle zwischen künstlerischem und wissenschaftlichem Vorgehen auszuwählen und diese in die Ausstellung einzubetten. Sichtbar wird ein ebenso subjektiver wie exemplarischer Ausblick in die Gegenwartskunst und die Auseinandersetzung mit dem unerschöpflichen Thema Tier.
Einen weiteren, lebendigen Teil der Ausstellung, welcher im Museumsinnenhof angesiedelt ist, verdankt das Haus den Züchtern Prof. Dr. Gerhard Boenigk und Karl-Friedrich Mahlert. Im neu eingerichteten Vogelhaus sind für die Dauer der Ausstellung zwei alte vom Aussterben bedrohte Vogelrassen beheimatet: das auf eine Züchtung des 19. Jahrhunderts zurückgehende »Deutsche Zwerg-reichshuhn« und der »Hannoversche Tümmler«, eine seit dem 17. Jahrhundert in Hannover und Umgebung gehaltene Flugtaube.
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